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Auszüge aus dem Archiv

Das heutige angrenzende Leipziger Stadtviertel Anger-Crottendorf bestand aus den zwei gleichnamigen Dörfern, die sich 1883 zu einer Gemeinde vereinigten, um dann letztendlich 1889 nach Leipzig eingemeindet zu werden.
Sie waren der Hauptversorger von Leipzig und wurden deswegen „Kohldörfer“ genannt. Durch diese unmittelbare Nähe zu Leipzig entwickelte sich schon früh eine städtische Struktur in diesen Gebieten.
In der Völkerschlacht 1813 kam es zu beträchtlichen Schäden im Leipziger Umland, auch in den Kohledörfern. Nach dieser kriegerischen Phase avancierten die Dörfer ab etwa 1820 zu einem beliebten Ausflugsziel der Leipziger.
Auf der Hauptstraße befanden sich beliebte und angesehene Gasthöfe und Restaurants, wie u.a. die »Grüne Schänke«, der »Kleine Kuchengarten« und die »Drei Mohren«.

»Die drei Mohren« ist in dem Teil von Reudnitz gelegen, der ehemals das „Semmeldörfchen“ hieß. Im Jahre 1780 lebten hier drei 'bildhübsche Wirtstöchter', die stets schwarze Hauben trugen, wodurch das Gasthaus zu seinem Namen „Die drei Mohren“ kam.